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Friedrich Justin Bertuch

Friedrich Justin Bertuch

Weimar 1747 -
Weimar 1822


Johann Friedrich Justin Bertuch wird 1747 in Weimar geboren. Nach dem Tod der Eltern – seine Mutter verliert er mit fünf, seinen Vater mit 15 Jahren, wächst Bertuch im Hause seines Onkels auf.
Von 1765-69 studiert er zunächst Theologie, dann Jura an der Landesuniversität Jena, interessiert sich jedoch vor allem für Literatur und Naturwissenschaften. Mit 22 Jahren bricht Bertuch sein Studium ab und verdingt sich als Hauslehrer auf dem Gut Dobitschen beim Freiherrn Ludwig Heinrich Bachoff von Echt. Von ihm lernt Bertuch die spanische Sprache und übersetzt, wieder nach Weimar zurückgekehrt, von 1775-77 Don Quichotte ins Deutsche.
In Weimar arbeitet Friedrich Justin Bertuch bis 1796 als Verwalter der herzöglichen Privatfinanzen und bekleidet wechselnde Staatsämter. Er wird kaufmännischer Mitarbeiter bei Christoph Martin Wielands Zeitschrift "Teutscher Merkur" und versucht sich als feier Schriftsteller; ist aber vor allem als Übersetzer, Verleger, Geschäftsmann und Organisator erfolgreich. Seine Aktivitäten sind geprägt von den Ideen der Aufklärung und hohem sozialen Engagement.
1774 erarbeitet Bertuch ein Konzept für eine Zeichenschule, in welcher die Schüler ausschliesslich nach ihren Fähigkeiten und unabhängig von ihrer sozialen Herkunft gefördert werden sollen. Seine Idee wird verwirklicht, die Schule wird später von Johann Heinrich Meyer und danach von Goethe geleitet. Bis zum Krieg 1806 gibt Friedrich Justin Bertuch die "Allgemeine Literatur-Zeitung", das "Journal des Luxus und der Moden", diverse naturkundliche Schriften, geografische Karten und eine Reihe von Kinderbüchern heraus. Sein facettenreicher Verlag entwickelt sich zu einer kulturellen Instanz Weimars. Friedrich Justin Bertuch versteht sich als "literarischer Geburtshelfer" und unterstütz u.a. den jungen Johann Wolfgang von Goethe.
Neben dem kompletten Verlagshaus mit Papiermühle und Druckerei baut Bertuch auch eine Fabrik für Papierblumen und ein "Industrie-Comptoir" auf. Bertuch wird zum größten Arbeitgeber Weimars und beschäftigt bis zu 450 Angestellte, die er überdurchschnittlich gut bezahlt.
Nach 1806 geraten Friedrich Justin Bertuchs Tätigkeiten in eine krisengeplagte Zeit. Ab 1814 verlegt Bertuch auch politische Zeitungen und Zeitschriften, so etwa "Nemesis" und "Das Oppositionsblatt". Seine letzten Jahre verbringt Bertuch zurückgezogen. Johann Friedrich Justin Bertuch stirbt am 3. April 1822

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